Jetzt ist er schon bald 3 Monate alt, unser kleiner Joschua 
Die ersten paar Wochen waren sehr hart. Zum Schlafmangel kamen bei mir die Erholung vom Kaiserschnitt mit den unvermeidlichen Dauerschmerzen sowie der total ungewohnte Tagesablauf. Bei Mark kam sein Job und die Hausarbeit dazu, die er mir in den ersten Wochen fast komplett abgenommen hat (DANKE mein Schatz, ich liebe dich, aber nicht nur dafür
). Er durfte zwar nachts meistens schlafen, trotzdem bekam er die Unruhe mit und war entsprechend gerädert im Büro.
Mittlerweile ist Ruhe und so etwas wie Alltag eingekehrt. Joschi schläft seit ca. 3 Wochen meistens die Nacht durch und meine Bauchschmerzen sind seit 1 Woche weg. Nach und nach gewöhne ich mich an mein neues Leben und meine Rolle als Mama
Ich finde es HÖCHST entspannend, dass ich mich nicht täglich mit den Problemchen und seltsamen Ideen von Kollegen und Chefs rumärgern muss
Auch wenn ich nicht unbedingt immer Lust habe auf die nächste Wickel- und Fütterrunde und die Zeit doch lieber mal wieder für mich nutzen möchte, genieße ich die Zeit mit unserem Kleinen sehr. Es macht Spaß täglich zu beobachten, wie er immer mehr Dinge entdeckt und lernt. Er ist jetzt schon ein aufgewecktes Kerlchen, dass total neugierig mit großen Äuglein seine Umwelt erkundet. Es fängt damit an, dass er einen plötzlich ganz bewusst anlacht (da geht einem das Herz auf!) und geht damit weiter, dass er seine Händchen entdeckt und damit spielt, dass er beginnt nach Dingen zu greifen usw. Alles an sich Kleinigkeiten, aber für so ein kleines Menschlein richtig anstrengende und vor allem wichtige Meilensteine. Kurzum: so ein kleines Menschlein ist tatsächlich ein Wunder, das irgendwie aus dem Nichts entsteht.
Allmählich pendelt sich bei mir auch das mit der Hausarbeit ein. Leider neige ich nämlich dazu, meine Joschi-freie Zeit (wenn er schläft) damit zu vertrödeln, auf meinem iPad zu spielen oder im Internet zu surfen… oder wie jetzt zu bloggen
Allerdings tut es auch gut, einfach mal abzuschalten und das zu tun was man möchte. Ein Baby zu versorgen ist nämlich ganz schön anstrengend, auch wenn es noch sehr viel schläft. Man ist irgendwie immer angespannt und wartet auf nen Mux, der einem signalisiert, dass der Wickel- und Fütter-Trott weiter geht oder dass es gerne beschäftigt oder getröstet werden möchte.
Der meist gehörte Tip, den eine frischgebackene Mama bekommt: Schlafe immer dann, wenn das Baby schläft. Gut gemeint, aber in der Realität irgendwie nicht oder selten durchführbar. Wer spült denn sonst die Fläschchen aus, damit beim nächsten Füttern wieder welche da sind? Ein klein wenig Hausarbeit muss einfach erledigt werden, wie z. B. Wäsche waschen und bügeln. Sonst wächst der Berg ins unermessliche und man kommt gar nimmer nach und hat plötzlich keinen Strampler mehr für den Knirps oder keine frische Unterwäsche für sich selbst. Außerdem ist man nicht immer gerade dann müde genug zum Schlafen, wenn Zeit dafür ist. Und wenn man dann endlich bereit ist für ein Schläfchen, dann ist das Baby auch fast schon wieder wach.
Was einem auch zu schaffen macht und fast den letzten Nerv raubt in der Anfangszeit: die Verwandtschaft! (sorry, war aber leider so) Leider gab es wohl kaum oder kein Verständnis dafür, dass sich die frisch gebackenen Eltern und das neue Familienmitglied erstmal kennenlernen müssen, dass sich die Eltern an den neuen Alltag mit extrem wenig Schlaf gewöhnen müssen und in den Wickel-/Fütter-Pausen, wenn Baby schläft, es gerade mal eben so schaffen, selbst was zu essen und zu duschen und daher üüüberhaupt keinen Nerv oder Kraft haben für Telefonate oder Chats. Ich verstehe ja, dass es auch für sie aufregend ist und sie auch am Leben mit dem neuen Familienmitglied teilhaben möchten und den Kleinen gerne so oft es geht sehen möchten und hören wollen wie alles so läuft. Aber wie gesagt, gerade in den ersten Wochen ist man einfach froh, wenn man zu einer normalen Zeit in Ruhe etwas essen, sich Duschen oder auch mal aufs Klo gehen kann. Dann nutzt man die Pausen natürlich auch noch für lästigen Papierkrams wie Elterngeld und Kindergeld beantragen, sich um die Krankenversicherung für den Knirps zu kümmern usw. Das muss ja auch irgendwann erledigt werden. Hier hätte ich mir mehr Verständnis gewünscht anstatt der gezeigten Reaktionen
Aber egal, die ersten anstrengenden Wochen haben wir geschafft. Jetzt bauen wir unser neues Leben mit Joschi in unserer Mitte auf. Dann kommt auch die Verwandtschaft sicher nicht zu kurz